Der Unterschied zu ihrem letzten Album „Too Far Gone“ könnte deutlicher kaum ausfallen. Mit den sechs Songs der EP „Kill the Sun“ verzichten Cane Hill auf alles, was den Sound des aus New Orleans stammenden Quartets bisher ausmachte. Keine brettharten Metal-Riffs, keine Hardcore-Shouts und kein davonpreschender Rhythmus. Statt dessen gibt es klare und intensive Vocals, teils akustisch gespielte Gitarren, experimentelle Instrumentierungen und jede Menge düster-athmosphärischer Elektronikklänge. So wechseln Cane Hill geschickt das Fach, vom Post-Hardcore zum industrial-angehauchten Indiesound. Der neue Stil weiß zu überzeugen, ist klar und prägnant produziert und bringt das Songwriting-Talent der Jungs viel besser zur Geltung als es im Metalgewand möglich war. Es lohnt sich, hier einmal reinzuhören.

 

Lars Schmeink

 

Artikel ist ursprünglich erschienen im Piranha 01/2019